DIE LAGERSTÄTTEN ROSIA MONTANA UND ROSIA POENI


von Judith Richter

1. Rosia Montana


1.1 Allgemeines
 
Die Mine Rosia Montana liegt im westlichen Transylvanien etwa 85 km nördlich der Stadt Deva und bedeckt eine Fläche von 21,2 km2. Sie zählt zu den größten Gold- Lagerstätten Europas, nach den neusten Schätzungen (MM, Nov. 1999, p.282) des kanadischen Minen-Betreibers GABRIEL RESOURCES würde ein Jahresabbau von 10 Millionen Tonnen jährlich etwa 411.000 oz. Gold (mit Kosten von $113/ oz.) produzieren. Die Resourcen betragen etwa 8 Mio Unzen Gold und 49 Mio Unzen Silber.
 
Der Abbau erfolgt bereits seit über 2000 Jahren, wobei die Goldproduktion von den Dakern begonnen und anschließend im Jahr 131 von den Römern, die mehrere hundert Tonnen Gold nach Rom verschifften, übernommen worden ist. Heute kann man ausgedehnte unterirdische römische Gallerien beobachten, die ein ausgezeichnetes natürliches Belüftungssystem besitzen und Spuren von Feuerlegung zeigen. Es folgten Jahrhunderte sporadischer Arbeit während des Mittelalters, die systematische Ausbeutung des Untergrundes erreichte ihren Höhepunkt unter der Österreich-Ungarischen Herrschaftsperiode, in dieser Zeit wurden einige hundert Kilometer Untertage-Minen erschlossen. In neuester Zeit (1960er bis 1989) wurde die Haupterschließung vom Rumänischen Staat unternommen, wobei die staatliche Mining Company, Minvest, anfangs hauptsächlich untertage arbeitete. Heute betreibt sie einen kleinen Tagebau-Abbau; anteilig gehören ihr 20% der Mine, die restlichen 80% Anteile der kanadischen Company Gabriel Resources.
 
1.2 Geologie
 
In der Lagerstätte Rosia Montana erscheint Gold in zwei mineralisierten und hydrothermal alterierten sub-vulkanischen porphyrischen Dazit- Intrusiva, die im ausgehenden Tertiär in eine Sequenz aus kreidezeitlichen Sedimenten, vorrangig Schwarzschiefern, und Miozänen fein bis mittelkörnige Sedimenten und tuffartigen Grits, vertikal intrudierten. Die Hauptdazitkörper haben eine weite laterale Ausdehnung entlang mindestens einer stratigraphischen Grenzschicht. An der Oberfläche tritt die Mineralisation über einer Fläche von 3*3,5 km2 auf. Die Intrusiva sind gebunden an zwei regionale Bruchzonen, die NE und NW- streichen und scheinbar die Ursache für die Fokussierung der verschiedenen Phasen Sub-Vulkanischer Intrusionen und Breccien in dieser Schwächezone sind. Auch die späteren Generationen von Mineralisationsadern und Fluidströmen stehen im zeitlichen Zusammenhang zur Aktivität der Störungen. Weiterhin treten Breccien- Schlote auf, die als Diatreme interpretiert werden und Mikrokonglomerate, die aus vulkanogenen Klasten aufgebaut sind, beide Gesteine sind ebenfalls mineralisiert worden. Innerhalb von Cetate besitzen die beiden Breccien-Schlote Cetate und Carpeni und innerhalb von Cirnic die 4 Schlote Napoleon, Corhuri, Cantaliste sowie Piatra Corbuli die höchst gradige Mineralisation. Zwischen den Dazit-Körpern Cetate und Cirnic befindet sich eine Einheit, die ‚Schwarze Breccie genannt wird.
 
Die Erzvorkommen von Rosia Montana sind epi- bis mesothermal, in einem niedrig Schwefel-System mit einfacher Metallurgie entstanden. Die Mineralisation enthält Gold als Elektrum (Legierungen mit bis zu 20% Ag) und in gediegener Form meist gebunden an Sulphide (hauptsächlich Pyrit) vor. Die Gold-Silber Mineralisation ist verbunden mit feinen disseminierten Sulphiden, hinzu kommen Quarzadern, Silifizierung und Alteration, wobei es zur Bildung von Adular, Sericit, Karbonaten, Chlorit, Epidot und weitern Tonmineralen kam. In der Umgebung von Cetate und Cirnic befinden sich weitere vererzte Komplexe, die die Namen Orlea-Tarnia, Jig- Vakloaia, Gauri und Cirnicel tragen, und allesamt in den Bereich des Großprojektes Rosia Montana gehören und insofern sie noch nicht dem Abbau unterliegen stark exploriert werden.
 

2. Rosia Poeni


Rosia Poeini liegt etwa 4 km nördlich des Rosia Montana Gebietes in den Apuseni Mountains und ist eine klassische Porphyry Copper Lagerstätte, welche aus Andesitkörpern, die im Neogen in andesitsche Vulkanite und unterlagernde cretazische Sedimente sub-vertikal intrudierten, besteht.
 
Einige dieser sub-vulkanischen Intrusionen zum Beispiel der Fundoaia- Komplex, der eine andesitisch bis mikrodioritische Zusammensetzung hat, enthält wirtschaftlich interessante porphyrische Cu, (Mo, Se, Au, Ag) Mineralisationen in Verbindung mit einer Reihe hydrothermaler Alterationserscheinungen. Die intrusiven vererzten Gesteine sind argilitisch, silicitisch, alunitisch und propylitisch alteriert. Die Mineralisation erscheint in der zentralen K-Alterationszone. Der vererzte Bereich bildet ein bis zu 1200 m hohes Stockwerk mit fein disseminierten Eisen-oxiden und Kupfer-Sulfiden (z.B. Tenorit) sowie einem dichten Netzwerk an Sulfid-Gängen und Adern.
 
Die Rumänische Regierung explorierte aktiv während der 1970er Jahre, wobei 1,2 km tiefe Bohrungen, eine dreistufige Untergrund-Exploration sowie geochemische Analysen durchgeführt wurden. Ab 1985 begann der Abbau übertage mit einer Kapazität von 10 Millionen Tonnen pro Jahr und es entstand ein gigantischer Tagebau. Momentan unterhält Minvest S. A. nur einen kleinen Abbau in Rosia Poieni. Die Goldgehalte betragen etwa 0,5 g/t. Momentan wird der Openpit-Abbau von porphyrischen Kupfer vorbereitet:
 
"2 Mt/y Cu porphyry heap leach operation evaluated for 80 Mt x 0,25 % Cu, Open pit sulphide reserves of 350 Mt x 0,36 % Cu (1.260.000t)". (www.gabrielresources.com)
 
Mineralisation Rosia Montana Rosia Poeni
     
Erzminerale Pyrit
Magnetit
Goethit
Chalcopyrit
Galenit
Sphalerit
Gold
Berthierit
Stephanit
Ilmenit
Arsenopyrit
Tetraedrit
Alabandit
Proustit
Argentit
Polybasit
Pearceit
Markasit
 
Chalkopyrit
Digenit
Enargit
Galenit
Pyrit
Bornit
Magnetit
Hämatit
Sphalerit
Tetraedrit
Tennantit
Molybdänit

 
     
     
     
Gangmineralisation
Kalzit
Rhodochrosit
Kaolinit
Quarz
Siderit
Ankerit
Alaun
Melanterit
Vivianit
Pigeonit
Rhodonit
Talk
Quarz
     
     
     
sekundäre Minerale
Adular
Sericit
Chlorit
Pyrit
Kaolinit
Tonminerale
 
+Silifizierung
Biotit
Chlorit
K-Feldspat
Sericit
Tonminerale
     
Tabelle 1: Überblick über die Mineralisation der Lagerstätten

 
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