Laut Exkusionsplan und -führer stand für den 25.09.2002 in Cavnic
eine Untertagefahrt im hiesigem Bergwerk und Mineraliensuche auf der zugehörigen Halde an.
Bedingt durch die, in der Nähe befindliche, Übernachtungsmöglichkeit (siehe unten)
entfällt die Fahrt per Bus zum Bergwerk. Außerdem musste die Gruppe in zwei ca. 15
Mann umfassende Teile geteilt werden. Es war zu beachten, dass
man in ein aktiv betriebenes Bergwerk einfährt und somit erhöhter
Lärmpegel und Temperaturen über 30 °C ausgestzt ist.
Der zweigeteilten Ort Cavnic liegt ca. 30 km östlich von Baja Mare.
Das etwas höher gelegene alte Cavnic ist über zwei etwa 10 km
lange Anfahrtswege von Baja Sprie nach Osten zu erreichen. Man
durchquert auf dem Weg dorthin das jüngere Also-Cavnic mit seinen
Hüttenbetrieben. Erzbergbau wird in der Region seit 1336 nachweislich
betrieben. Die ersten Gruben wurden im 15. Jh. angelegt und bis auf
die Jahre 1743 und 1748 durchgängig betrieben. Das Ziel damaliger
Tätigkeit war die Gewinnung von blei-, silber-, gold- und kupferhaltigen
Erzen. Heute sind Blei- und Zinkerze die wesentlichen Abbauprodukte der etwa 1200 Bergleute.
Im Werk wird den Exkursionsteilnehmern Arbeitsbekleidung, inklusive
Fellweste, Helm, Gummistiefel und Grubenlicht, ausgehändigt.
Dies entspricht der üblichen Kluft eines dort beschäftigten
Bergmannes und ist notwendig zur Untertagefahrt. Es erfolgt nach
Eingang in die Mine Galeria Boldut ein Fussmarsch von etwa 1 km
Länge durch den waagerechten Zufahrtsstollen zum Fahrkorb bei ca.
700m üNN. Dieser bringt die Teilnehmer in eine der untersten
Sohlen etwa 130 m üNN. Ein Weiterer Fussmarsch von etwa 2 km
führte die Gruppe durch den Elisabetas und Gheorgheschacht an
den aktiven Abbau. Der Gheorghegang streicht NNE nach SSW und
Hauptmineralisationen sind Quarz und Sphalerit, Rhodochrosit,
gelegentlich auch Galenit.
Zu finden sind hier Stufen mit rosafarbene Rhodochrosite, Quarz,
Zinkblende, Bleiglanz, Gips Chalkopyrit, und vereinzelt
Tetraedrit. Alle weiteren bekannten Minerale und Sammelstücke aus
den Gruben um Cavnic sind seltener zu finden, sind doch die
aktiven Bergleute, selbst als erste die neuen und schönen Stufen
erblickend, sehr erpicht darauf, diese selbst zu sammeln und zu
verkaufen. Allerdings fällt einem manchmal, so man denn freundliche
Bergleute trifft, das eine oder andere günstig käuflich zu
erwerbende oder gar geschenkte Stück in die Hände. Der zeitliche
Rahmen läßt jedoch einige Minuten eifrigen Suchens und Hämmerns
zu, so dass hier, mit etwas Glück, sehr schöne Stücke und Stufen
mit den genannten Mineralien geborgen werden können.
Nach erfolgtem Rückweg war es möglich, vom dort beschäftigten
Geologen ein wenig über Geologie und Bergbau vor Ort zu erfahren
und das eine oder andere Fachgespräch zu führen, da selbiger
über gute Deutschkenntnisse verfügt.
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Abb.42 Abbaufläche, an der man vor allem den rosa Rhodochrosit besonders gut sehen kann. (C) Uwe König 2002 |
Abb.43 Skulptur auf dem Dach des Bergwerkgebäudes (C) Uwe König 2002 |
Auf der Halde des Bergwerkes ist vor nicht allzu langer Zeit neuer Abraum aufgebracht worden.
Dieser fiel beim Erschliessen eines neu angefahrenen Ganges an
und wurde nicht über den 11 km langen Tunnel unter Tage nach Baia Sprie
transportiert.
Man kann auf der Halde schöne Stücke und Stufen der Hauptmineralisationen
von Cavnic finden. So wurden Stufen von Quarz, Calcit auf Quarz,
Baryt auf Quarz, Galenit, Spalerit und Rhodochrosit gefunden.
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| Abb.44 Blick auf den Waldweg, im Vordergrund sieht man die Halden |
Das von uns besuchte Hotel in Cavnic befindet sich ca. 2-3km oberhalb
der Stadt und ist per Kurierverkehr des Hotels, per Auto oder zu Fuß
(ein ca. 20-30 minütiger Spaziergang) zu erreichen. Mit unserem
Reisebus haben wir es auch nach oben geschafft. Auch wenn es uns und
unserem erstklassigen Busfahrer Johann einige Nerven gekostet hat und die
Fahrt wahrlich kein Zuckerschlecken war.
Das Hotel ist mit einer Küche ausgestattet, die auf Bestellung für
die Gruppe ein Abendessen, bestehend aus Landesüblicher
(Vor-)Suppe und Hauptessen bereitet hat.
Auch Frühstück konnte man auch bestellen und es gibt eine sehr gut
sortierte Bar, mit fünf oder sechs verschiedenen Sorten einheimischer Biere
(die meisten dafon natürlich verschiedene URSUS Fabrikate) und diversen
Coctails wie z.B. Gin Tonic.
Die Zimmer waren mit gemütlichen warmen Betten und Karrelöfen
ausgestattet. Auch gab es eine Dusche, die sogar mit warmen Wasser
versorgt wurden. Was man teilweise sehr zu schätzen lernt in Rumänien,
obwohl wir bis auf Campeni immer warmes Wasser hatten.
An einem der Abende gab es ein riesiges Lagerfeuer vor dem Hotel, was
wohl mit zu den Höhepunkten unserer Abendgestaltungen gehörte.
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Abb.45 Das Berghotel in Cavnic (C) Rosemarie Stiefel 2002 |
Abb.46 Abendgestaltung im "Mädchenzimmer" |