Mittwoch 25.09.2002

Text von Christian Brehmer



Die Grube in Cavnic


Laut Exkusionsplan und -führer stand für den 25.09.2002 in Cavnic eine Untertagefahrt im hiesigem Bergwerk und Mineraliensuche auf der zugehörigen Halde an. Bedingt durch die, in der Nähe befindliche, Übernachtungsmöglichkeit (siehe unten) entfällt die Fahrt per Bus zum Bergwerk. Außerdem musste die Gruppe in zwei ca. 15 Mann umfassende Teile geteilt werden. Es war zu beachten, dass man in ein aktiv betriebenes Bergwerk einfährt und somit erhöhter Lärmpegel und Temperaturen über 30 °C ausgestzt ist.
 
Der zweigeteilten Ort Cavnic liegt ca. 30 km östlich von Baja Mare. Das etwas höher gelegene alte Cavnic ist über zwei etwa 10 km lange Anfahrtswege von Baja Sprie nach Osten zu erreichen. Man durchquert auf dem Weg dorthin das jüngere Also-Cavnic mit seinen Hüttenbetrieben. Erzbergbau wird in der Region seit 1336 nachweislich betrieben. Die ersten Gruben wurden im 15. Jh. angelegt und bis auf die Jahre 1743 und 1748 durchgängig betrieben. Das Ziel damaliger Tätigkeit war die Gewinnung von blei-, silber-, gold- und kupferhaltigen Erzen. Heute sind Blei- und Zinkerze die wesentlichen Abbauprodukte der etwa 1200 Bergleute.
 
Im Werk wird den Exkursionsteilnehmern Arbeitsbekleidung, inklusive Fellweste, Helm, Gummistiefel und Grubenlicht, ausgehändigt. Dies entspricht der üblichen Kluft eines dort beschäftigten Bergmannes und ist notwendig zur Untertagefahrt. Es erfolgt nach Eingang in die Mine Galeria Boldut ein Fussmarsch von etwa 1 km Länge durch den waagerechten Zufahrtsstollen zum Fahrkorb bei ca. 700m üNN. Dieser bringt die Teilnehmer in eine der untersten Sohlen etwa 130 m üNN. Ein Weiterer Fussmarsch von etwa 2 km führte die Gruppe durch den Elisabetas und Gheorgheschacht an den aktiven Abbau. Der Gheorghegang streicht NNE nach SSW und Hauptmineralisationen sind Quarz und Sphalerit, Rhodochrosit, gelegentlich auch Galenit.
 
Zu finden sind hier Stufen mit rosafarbene Rhodochrosite, Quarz, Zinkblende, Bleiglanz, Gips Chalkopyrit, und vereinzelt Tetraedrit. Alle weiteren bekannten Minerale und Sammelstücke aus den Gruben um Cavnic sind seltener zu finden, sind doch die aktiven Bergleute, selbst als erste die neuen und schönen Stufen erblickend, sehr erpicht darauf, diese selbst zu sammeln und zu verkaufen. Allerdings fällt einem manchmal, so man denn freundliche Bergleute trifft, das eine oder andere günstig käuflich zu erwerbende oder gar geschenkte Stück in die Hände. Der zeitliche Rahmen läßt jedoch einige Minuten eifrigen Suchens und Hämmerns zu, so dass hier, mit etwas Glück, sehr schöne Stücke und Stufen mit den genannten Mineralien geborgen werden können. Nach erfolgtem Rückweg war es möglich, vom dort beschäftigten Geologen ein wenig über Geologie und Bergbau vor Ort zu erfahren und das eine oder andere Fachgespräch zu führen, da selbiger über gute Deutschkenntnisse verfügt.

 
--> Seminarbeitrag von Mark Pohlert
"Mineralogie und Geologie von Cavnic"

Abbaufläche Bergleute, Skulptur auf dem Dach des Minengebäudes
Abb.42  Abbaufläche, an der man vor allem den rosa Rhodochrosit besonders gut sehen kann.
(C) Uwe König 2002
Abb.43  Skulptur auf dem Dach des Bergwerkgebäudes
(C) Uwe König 2002

 

Die Halden der Grube in Cavnic


Auf der Halde des Bergwerkes ist vor nicht allzu langer Zeit neuer Abraum aufgebracht worden. Dieser fiel beim Erschliessen eines neu angefahrenen Ganges an und wurde nicht über den 11 km langen Tunnel unter Tage nach Baia Sprie transportiert.
Man kann auf der Halde schöne Stücke und Stufen der Hauptmineralisationen von Cavnic finden. So wurden Stufen von Quarz, Calcit auf Quarz, Baryt auf Quarz, Galenit, Spalerit und Rhodochrosit gefunden.

 
Halden von Cavnic
Abb.44  Blick auf den Waldweg, im Vordergrund sieht man die Halden

 

Das Berghotel in Cavnic (Text von A.S.)


Das von uns besuchte Hotel in Cavnic befindet sich ca. 2-3km oberhalb der Stadt und ist per Kurierverkehr des Hotels, per Auto oder zu Fuß (ein ca. 20-30 minütiger Spaziergang) zu erreichen. Mit unserem Reisebus haben wir es auch nach oben geschafft. Auch wenn es uns und unserem erstklassigen Busfahrer Johann einige Nerven gekostet hat und die Fahrt wahrlich kein Zuckerschlecken war.
 
Das Hotel ist mit einer Küche ausgestattet, die auf Bestellung für die Gruppe ein Abendessen, bestehend aus Landesüblicher (Vor-)Suppe und Hauptessen bereitet hat. Auch Frühstück konnte man auch bestellen und es gibt eine sehr gut sortierte Bar, mit fünf oder sechs verschiedenen Sorten einheimischer Biere (die meisten dafon natürlich verschiedene URSUS Fabrikate) und diversen Coctails wie z.B. Gin Tonic.
 
Die Zimmer waren mit gemütlichen warmen Betten und Karrelöfen ausgestattet. Auch gab es eine Dusche, die sogar mit warmen Wasser versorgt wurden. Was man teilweise sehr zu schätzen lernt in Rumänien, obwohl wir bis auf Campeni immer warmes Wasser hatten.
An einem der Abende gab es ein riesiges Lagerfeuer vor dem Hotel, was wohl mit zu den Höhepunkten unserer Abendgestaltungen gehörte.

 
Das Berghotel in Cavnic Tanzabend
Abb.45  Das Berghotel in Cavnic
(C) Rosemarie Stiefel 2002
Abb.46  Abendgestaltung im "Mädchenzimmer"

 
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