Die Halden und das Bergwerk in Baia Sprie sind östlich dem eigentlichen
Ort Baia Sprie vorgelagert. Sie sind über einen am östlichen
Ortsausgang nach Norden abzweigenden Weg zu erreichen.
Bergbau wird in Baia Sprie bereits seit 1150 betrieben.
Der erste schriftliche Nachweis bergbaulicher Tätigkeit
in Baia Sprie stammt jedoch erst aus dem Jahre 1374. Der
Bergbau befand sich zunächst ausschließlich in privater oder
kirchlicher Hand (Kirche Santa Maria). Erst Leopold I. führte
eine offizielle Arbeitstracht ein und gründete eine Bergbauschule
in Baia Sprie. Erst seit dieser Zeit wird in der Literatur von
"echten" Bergleuten gesprochen, die in Baia Sprie tätig gewesen
sein sollen.
Gefördert wurde in Baia Sprie von den Anfängen des
Bergbaus an bis in das 19. Jh. hinein vorwiegend Gold sowie
daneben wenig Zink und Blei. Das Bergbaurevier besteht heute
im wesentlichen aus vier polymetallischen hydrothermalen
Hauptgängen sowie einer Anzahl kleiner und kürzerer ebensolcher
Gänge. Bei den vier Hauptgängen handelt es sich um den
"Hauptgang", den sogenannten "südlichen Gang", den "Diagonalgang"
und den "Gang 204". Von diesen sind der "südliche" und der
"Diagonalgang" bereits vollständig abgebaut. Die Gänge verlaufen
entlang E-W gerichteter, durch eine Grabenstruktur bedingter
Störungen.
Der "Hauptgang" hat eine Länge von ca. 7 km und reicht bis in eine
Tiefe von ca. 800 m - sein höchster Punkt liegt bei etwa 700 m
ü.N.N. auf dem Mons Peijusa, während der tiefste Schacht in dem
Gang bis in -155 m reicht - sowie eine Mächtigkeit von 10-33 m.
Es handelt sich um einen klassischen Hydrothermalgang mit
charakteristischer Zonierung - Au, Ag; Pb, Zn; Cu, FeS2. Es
treten an Mineralien hauptsächlich Sphalerit (ZnS), Galenit (PbS),
Kupferkies (CuFeS2), Pyrit (FeS2), Scheelit, Wolframit, Realgar (AsS)
und Auripigment (As2S3), aber auch Quarz (SiO2) und
Antimonit (Sb2S3) z.T. in beachtlicher Größe auf. So sind
Bergkristalle mit einer Länge von etwa 80cm und Realgarkristalle
von bis zu 5cm Länge bekannt geworden.
Das Nebengestein wird auf der einen Seite aus Tonen und Mergeln, auf
der anderen Seite des Ganges durch Andesite gebildet. Der Gang ist
durch insgesamt acht Schächte erschlossen. Von diesen sind heute
lediglich Nr. 1, 3 und 5 noch in Betrieb. Dabei wird der Abbau in
einem Bereich zwischen 200m ü.N.N. und -20m u.N.N. betrieben. Die
Schächte Nr.4 und Nr.6 dienen heute lediglich noch der Lüftung. Die
einzelnen Schächte weisen jeweils 17 Horizonte mit jeweils etwa 50m
Abstand zueinander auf. Der Eingang zu den Schächten befindet sich
auf einer Höhe von ca. 550m ü.N.N. Der "südliche Gang" hat eine Länge
von ca. 2km und eine Tiefe von etwa 300m. Eine deutliche Zonierung war
in diesem Gang nicht erkennbar. Der "Diagonalgang" hat eine Länge
von 800m und eine Tiefe von ca. 250m und war besonders reich an Blei
und Zink. Der "Gang 204" hat schließlich eine Länge von ca. 300m und
eine Tiefe von etwa 150m. Er ist durch reichliches Vorkommen von Blei
und Zink sowie geringe Mengen an Gold charakterisiert. Er wurde als
einziger der vier Hauptgänge nicht vollständig untersucht.
In den Gruben wurden insgesamt etwa 100 Minerale beschrieben.
Darunter befinden sich etwa 30 Mineralneubeschreibungen, etwa
Andorit, Dietrichit, Felsöbenit, Klebelsbergit, Smikit, Semseyit
und Monsmedit, wobei letzteres Mineral noch nicht hinlänglich
untersucht ist.
Die Produktion beläuft sich momentan bei 250 Bergleuten und
insgesamt 850 Beschäftigten auf 200.000 t/a.
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| Abb.36 Blick auf die Halde und Kippe von Baia Sprie | Abb.37 Grubenbahn, welche die abgebauten Erze ans Tageslicht bringt |
Die Firma Bentonita beschäftigt sich, wie der Name schon sagt,
mit der Gewinnung von Bentonit. Der in der Umgebung anstehende
Bentonit ist aus eozänem Rhyodazit hervorgegangen, der in eozäne,
von kreidezeitlichen Sedimenten umgebene Sedimente intrudiert ist.
Der Rhyodazit wurde zunächst durch epithermale Lösungen beeinflußt,
durch die es zur Bildung von Opal, Achat und Coelestin kam.
Die eigentliche Umwandlung des Rhyodazits in Bentonit erfolgte in
zwei Phasen. Der eigentlichen Bentonitisierung ging nämlich
zunächst eine Illitisierung voran. In bezug auf die Bentonite
können zwei Arten unterschieden werden, nämlich:
Die Bildung von Zeolithen dürfte dabei in einer dritten, der
Bentonitisierung folgenden Umwandlungsphase, die sich als
Silifizierung charakterisieren läßt, erfolgt sein.
Die unterschiedlichen Bentonite lassen auf ein unterschiedliches
Ausgangsmaterial schließen. So dürfte der montmorillonitreiche
Bentonit aus einem deutlich alkalischeren Gestein entstanden sein
als der halloyisitreiche und zeolithhaltige Bentonit. Da sich
letzterer im Hangenden des ersteren befindet, das Ausgangsgestein
folglich vom Liegenden zum Hangenden zunehmend felsischer wird,
kann angenommen werden, daß das magmatische Ausgangmaterial im
Verlauf der magmatischen Aktivität erwartungsgemäß zunehmend
felsischer wurde.
Der von der Firma Bentonita abgebaute, beschriebene Bentonit
bildet eine Linse von etwa 1 km Horizontalerstreckung und ist durch Bohrungen bis in eine Tiefe von ca. 200 m nachgewiesen. Sie hat eine Mächtigkeit von etwa 10-30 m. Der Bentonitabbau erfolgte zunächst ausschließlich über Tage, später aber auch unter Tage bis in eine Tiefe von etwa 150 m.
Bentonit findet bei der Eisenverhüttung als Formmaterial, in der
Lebensmittelindustrie, z.B. als Weinfilter oder zur Herstellung
von Tierfutter sowie bei Bohrungen, bei der Seifenherstellung
und als Isolierungsmaterial Verwendung. Calciumreiche Bentonite
werden darüber hinaus in der Papier- und Keramikindustrie eingesetzt.
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Abb.38 Aufschluß im Bentonitbruch (C) Nicole Winkler 2002 |
Abb.39 Bentonitlager (C) Rosemarie Stiefel 2002 |
Der Ort Surdesti wird erstmals 1411 urkundlich erwähnt. Die aus Eichenholz erbaute griech.-katholische Kirche wurde 1721 begründet - der Baubeginn fällt allerdings erst in das Jahr 1724 - und hat eine Höhe von insgesamt 72m. Allein der Turm hat eine Höhe von 54 m. Malereien und eine kunstvolle Ikonenwand schmücken das Innere. Das ebenfalls ganz aus Holz bestehende Dach der Kirche wird alle dreißig Jahre vollständig ausgewechselt, zuletzt 1992.
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Abb.40 Blick auf die Holzkirche (C) Rosemarie Stiefel 2002 |
Abb.41 Marienaltar der Kirche |