Dienstag 24.09.2002

Text von Corinna Hoff



Baia Sprie, Halden und alte Stollen


Die Halden und das Bergwerk in Baia Sprie sind östlich dem eigentlichen Ort Baia Sprie vorgelagert. Sie sind über einen am östlichen Ortsausgang nach Norden abzweigenden Weg zu erreichen. Bergbau wird in Baia Sprie bereits seit 1150 betrieben. Der erste schriftliche Nachweis bergbaulicher Tätigkeit in Baia Sprie stammt jedoch erst aus dem Jahre 1374. Der Bergbau befand sich zunächst ausschließlich in privater oder kirchlicher Hand (Kirche Santa Maria). Erst Leopold I. führte eine offizielle Arbeitstracht ein und gründete eine Bergbauschule in Baia Sprie. Erst seit dieser Zeit wird in der Literatur von "echten" Bergleuten gesprochen, die in Baia Sprie tätig gewesen sein sollen.
 
Gefördert wurde in Baia Sprie von den Anfängen des Bergbaus an bis in das 19. Jh. hinein vorwiegend Gold sowie daneben wenig Zink und Blei. Das Bergbaurevier besteht heute im wesentlichen aus vier polymetallischen hydrothermalen Hauptgängen sowie einer Anzahl kleiner und kürzerer ebensolcher Gänge. Bei den vier Hauptgängen handelt es sich um den "Hauptgang", den sogenannten "südlichen Gang", den "Diagonalgang" und den "Gang 204". Von diesen sind der "südliche" und der "Diagonalgang" bereits vollständig abgebaut. Die Gänge verlaufen entlang E-W gerichteter, durch eine Grabenstruktur bedingter Störungen.
 
Der "Hauptgang" hat eine Länge von ca. 7 km und reicht bis in eine Tiefe von ca. 800 m - sein höchster Punkt liegt bei etwa 700 m ü.N.N. auf dem Mons Peijusa, während der tiefste Schacht in dem Gang bis in -155 m reicht - sowie eine Mächtigkeit von 10-33 m. Es handelt sich um einen klassischen Hydrothermalgang mit charakteristischer Zonierung - Au, Ag; Pb, Zn; Cu, FeS2. Es treten an Mineralien hauptsächlich Sphalerit (ZnS), Galenit (PbS), Kupferkies (CuFeS2), Pyrit (FeS2), Scheelit, Wolframit, Realgar (AsS) und Auripigment (As2S3), aber auch Quarz (SiO2) und Antimonit (Sb2S3) z.T. in beachtlicher Größe auf. So sind Bergkristalle mit einer Länge von etwa 80cm und Realgarkristalle von bis zu 5cm Länge bekannt geworden.
 
Das Nebengestein wird auf der einen Seite aus Tonen und Mergeln, auf der anderen Seite des Ganges durch Andesite gebildet. Der Gang ist durch insgesamt acht Schächte erschlossen. Von diesen sind heute lediglich Nr. 1, 3 und 5 noch in Betrieb. Dabei wird der Abbau in einem Bereich zwischen 200m ü.N.N. und -20m u.N.N. betrieben. Die Schächte Nr.4 und Nr.6 dienen heute lediglich noch der Lüftung. Die einzelnen Schächte weisen jeweils 17 Horizonte mit jeweils etwa 50m Abstand zueinander auf. Der Eingang zu den Schächten befindet sich auf einer Höhe von ca. 550m ü.N.N. Der "südliche Gang" hat eine Länge von ca. 2km und eine Tiefe von etwa 300m. Eine deutliche Zonierung war in diesem Gang nicht erkennbar. Der "Diagonalgang" hat eine Länge von 800m und eine Tiefe von ca. 250m und war besonders reich an Blei und Zink. Der "Gang 204" hat schließlich eine Länge von ca. 300m und eine Tiefe von etwa 150m. Er ist durch reichliches Vorkommen von Blei und Zink sowie geringe Mengen an Gold charakterisiert. Er wurde als einziger der vier Hauptgänge nicht vollständig untersucht.
 
In den Gruben wurden insgesamt etwa 100 Minerale beschrieben. Darunter befinden sich etwa 30 Mineralneubeschreibungen, etwa Andorit, Dietrichit, Felsöbenit, Klebelsbergit, Smikit, Semseyit und Monsmedit, wobei letzteres Mineral noch nicht hinlänglich untersucht ist.
 
Die Produktion beläuft sich momentan bei 250 Bergleuten und insgesamt 850 Beschäftigten auf 200.000 t/a.

--> Seminarbeitrag von Kerstin Hlawatsch
"Geologie und Mineralogie der Erzlagerstätte Baia Sprie"

 
Halde in Baia Sprie Grubenbahn
Abb.36  Blick auf die Halde und Kippe von Baia Sprie Abb.37 Grubenbahn, welche die abgebauten Erze ans Tageslicht bringt

 

Der Bentonitbruch in Valea Chioarului


Die Firma Bentonita beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit der Gewinnung von Bentonit. Der in der Umgebung anstehende Bentonit ist aus eozänem Rhyodazit hervorgegangen, der in eozäne, von kreidezeitlichen Sedimenten umgebene Sedimente intrudiert ist. Der Rhyodazit wurde zunächst durch epithermale Lösungen beeinflußt, durch die es zur Bildung von Opal, Achat und Coelestin kam.
 
Die eigentliche Umwandlung des Rhyodazits in Bentonit erfolgte in zwei Phasen. Der eigentlichen Bentonitisierung ging nämlich zunächst eine Illitisierung voran. In bezug auf die Bentonite können zwei Arten unterschieden werden, nämlich:

  1. ein montmorillonitreicher Bentonit, der naß von grünlicher Farbe ist
     
  2. ein halloyisitreicher und zeolithhaltiger Bentonit, der in nassem Zustand eine Rosafärbung aufweist.

Die Bildung von Zeolithen dürfte dabei in einer dritten, der Bentonitisierung folgenden Umwandlungsphase, die sich als Silifizierung charakterisieren läßt, erfolgt sein. Die unterschiedlichen Bentonite lassen auf ein unterschiedliches Ausgangsmaterial schließen. So dürfte der montmorillonitreiche Bentonit aus einem deutlich alkalischeren Gestein entstanden sein als der halloyisitreiche und zeolithhaltige Bentonit. Da sich letzterer im Hangenden des ersteren befindet, das Ausgangsgestein folglich vom Liegenden zum Hangenden zunehmend felsischer wird, kann angenommen werden, daß das magmatische Ausgangmaterial im Verlauf der magmatischen Aktivität erwartungsgemäß zunehmend felsischer wurde.
 
Der von der Firma Bentonita abgebaute, beschriebene Bentonit bildet eine Linse von etwa 1 km Horizontalerstreckung und ist durch Bohrungen bis in eine Tiefe von ca. 200 m nachgewiesen. Sie hat eine Mächtigkeit von etwa 10-30 m. Der Bentonitabbau erfolgte zunächst ausschließlich über Tage, später aber auch unter Tage bis in eine Tiefe von etwa 150 m. Bentonit findet bei der Eisenverhüttung als Formmaterial, in der Lebensmittelindustrie, z.B. als Weinfilter oder zur Herstellung von Tierfutter sowie bei Bohrungen, bei der Seifenherstellung und als Isolierungsmaterial Verwendung. Calciumreiche Bentonite werden darüber hinaus in der Papier- und Keramikindustrie eingesetzt.

Bentonit Aufschluß

Das Pöllmannsche Paradies, Bentonit

Abb.38  Aufschluß im Bentonitbruch
(C) Nicole Winkler 2002
Abb.39 Bentonitlager
(C) Rosemarie Stiefel 2002

 

Die Holzkirche in Surdesti


Der Ort Surdesti wird erstmals 1411 urkundlich erwähnt. Die aus Eichenholz erbaute griech.-katholische Kirche wurde 1721 begründet - der Baubeginn fällt allerdings erst in das Jahr 1724 - und hat eine Höhe von insgesamt 72m. Allein der Turm hat eine Höhe von 54 m. Malereien und eine kunstvolle Ikonenwand schmücken das Innere. Das ebenfalls ganz aus Holz bestehende Dach der Kirche wird alle dreißig Jahre vollständig ausgewechselt, zuletzt 1992.

 
Holzkirche aus dem 16. Jhd. Marienaltar
Abb.40  Blick auf die Holzkirche
(C) Rosemarie Stiefel 2002
Abb.41  Marienaltar der Kirche

 
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