Donnerstag 19.09.2002

Text von Grit Michaelis


Marmorverarbeitung in Simeria, Firma Marmosim


Die früher staatseigene Marmorkompanie S.C. MARMOSIM S.A. erwarb 1997 50,91% der Anteile des Unternehmens TITAN MAR-MARMOSIM im Rahmen einer internationalen Versteigerung. Diese Firma wurde im Jahre 1994 mit Sitz in Bukarest gegründet. Ihr Schwerpunkt liegt in der Gewinnung und Verarbeitung von natürlichen Dekorsteinen. Monatlich werden etwa 2500m3 Blöcke, 36.000m2 Platten, 2.600m2 Tafeln und etwa 150m3 für künstlerische Arbeiten- Skulpturen, Grabsteine u.a. abgebaut.
 
Die Blöcke für Marmosim stammen aus vorwiegen 4 verschiedenen Steinbrüchen. Zu ihnen zählen u.a. rosafarbige und der weiße Varitäten aus Ruschita und aus Borca.
 
Für die Zerkleinerung der Blöcke zu Platten bis 2cm werden Sägen mit maximal 80 Sägeblättern verwendet. Im Normalfall beträgt eine Säge ungefähr 15 Sägeblätter. Die Maschinen werden mit Wasser gekühlt. Um ein Zerbrechen der Platten zu vermeiden, werden die Maschinen kurz vor Schneideende ausgestellt und die Platten einzeln fertig gesägt. Anschließend werden sie auf Rollen zur Poliermaschine transportiert. Die Maschine vom Typ Abrazivi "Super Selva" besitzt 12 Reihen á 20-50 synthetischer Poliersteine und wird ebenfalls gekühlt mit Wasser. Poliert wird mit dem Poliermittel "LLBV 2000". Die Dauer beträgt circa 10 Minuten. Nach dem Polieren erfolgt das Verpacken der Platten. Der größte Teil der Produktion wird u.a. nach Italien, Deutschland, Taiwan, Libanon, Österreich und Ungarn exportiert. Die gefertigten Platten werden in verschiedenen Größen von 2m2 bis zu 20m2 gefertigt, und diese werden hauptsächlich als Boden-, Wand- und Fasadenplatten verwendet. Weiterhin besitzt die Firma eine Abteilung zur manuellen Bearbeitung der Marmorplatten, für die Herstellung von Ornamenten an u.a. Grabsteinen und Einfassungen für Kamine.

 
Marmosim in Simeria, (c) Nicole Winkler 2002
Abb.11  Marmosim in Simeria,
(C) Nicole Winkler 2002

 

Uroilului- locus typicus des Pseudobrookit


Das Uroigebiet ist der locus typicus des Pseudobrookits. Die isolierte Bergkuppe, zugehörig dem Muresgebirge, erhebt sich 200m über die Transsylvanische Hochebene und befindet sich circa 3km nordöstlich der Stadt Simeria und etwa 20km östlich von Deva. Im südöstlichen Karpatenraum setzte erst Ende der Kreide die eigentliche Hauptphase der alpidischen Gebirgsbildung ein. Als Folge dieser bildete sich am Westrand des Siebenbürger Beckens eine Schwächezone von großer Ausdehnung. Diese Zone ist u. a. gekennzeichnet durch andesitischen Vulkanismus. Der Berg Magura Uroiului besteht aus 3 Generationen solcher pyroxenreicher Andesite. Ihr Alter wird in das Obere Miozän (Badean) datiert. Die Andesite bestehen im allgemeinen aus: 55% Plagioklas, 22% Pyroxen, 20% Biotit, 2% Magnetit und 1% Apatit. In Kontakt zu Xenolithen, bzw. an Hohlräumen treten Granate und Pseudobrookit auf. Pseudobrookit kommt jedoch nur in der 2. Generation der Andesite, den ziegelroten Andesiten vor. Weiterhin treten Quarz (Drusen und Xenolithe), Titanit (sekundär, in Drusen, klein) und Tidymit (sekundär, Klüfte,Hohlräume, an Xenolithen) auf.
 
Bei Pseudobrookit handelt es sich um ein Titan-Eisen-Oxid, welches erstmals 1878 von Prof. A. Koch im Uroiului-Andesit entdeckt und beschrieben wurde. Zur Entstehung des Minerals gibt es 2 Hypothesen. Da er vor allem um Xenolithe angeordnet ist, ist eine Entstehung in den stark oxidierten Bereichen des Magmas anzunehmen. Die sekundäre Alteration (Hochtemperaturoxidation) von titan-eisen-haltigen Mineralen, wie Magnetit und Ilmenit, ist die zweite Möglichkeit der Entstehung.
 
Die ideale einfache chemische Formel von Pseudobrookit lautet Fe2TiO5. Im Streckeisen sind die Beziehungen zwischen Rutil, Wüstit, Magnetit und Hämatit verdeutlicht. Da Eisen 2- sowie 3-wertig und Titan 3- sowie 4-wertig sein kann, besteht zwischen FeTi3O5 und Fe2TiO5 eine komplette Mischreihe von Fe2+ zu Ti4+. Weiterhin ermöglicht die Wertigkeit des Eisens einen Austausch mit Mg, Mn oder Ca, wobei Mn ebenfalls in der Lage ist seine Wertigkeit zu ändern. Auf Grund dieser Reaktionen tritt Pseudobrookit fast nie in seiner idealen Zusammensetzung auf. Der Titangehalt des Pseudobrookits kann innerhalb des Gesteins, sogar innerhalb des Minerals, stark schwanken. Ab einer Temperatur von ungefähr 1150°C ist die Mischreihe zwischen Fe2TiO5 und FeTi2O5 nicht mehr gewährleistet. Der Titangehalt nimmt mit sinkender Temperatur ab und ist somit bei Beachtung der unterschiedlichen Titan- und Sauerstoffzufuhr als geologisches Thermometer verwendbar.

--> Seminarbeitrag von Susanne Henke
"Pseudobrookit- Ein Überblick"

 
Der Berg Uroi
Abb.12   Der Uroilului, locus typicus des Pseudobrokits

 

Schloss der Corvins in Hunedoara


Das Schloß gehörte, wie der Name bereits verrät der Corvinfamilie. Diese erhielt das im 14. Jahrhundert erbaute Schloß als Schenkung des Königs für besondere militärische Dienste. 2 Generationen der Corvins bauten das Schloss immer weiter aus. So war das Schloss bereits im 15. Jahrhundert ein einzigartiges Beispiel für den nobelsten Regierungssitz in Transylvanien, im Besitz einer Verbindung spezieller Elemente der ausgehenden Gotik und der beginnenden Renaissance. Es folgten nach den Corvins noch weitere 22 Besitzer, u.a. diente es als Lager für die Eisenproduktion. Durch die Übernahme durch Gabriel Bethlen (1613- 1629) wurde die Festung erneut umgebaut und modernisiert im Stil der Spätrenaissance. Weitere Umbauten und Brände zerstörten im 19. Jahrhundert einen Großteil der Holzstrukuren. Erste Restaurationen wurden 1868- 1874 durchgeführt, u.a. die Erbauung einer neugotischen Fassade. Der Wandel vom Schloss zum Museum im Jahre 1974 war Ausgangspunkt für weitere Restaurationen, die bis heute anhalten.

 
Das Schloss in der Sonne, (c) Uwe König 2002
Abb.13  Das Schloss der Corvins in Hunedoara,
(C) Uwe König 2002

 

Römische Bäder in Calan


Die heute nicht mehr aktiven Thermalquellen bei Calan, sind von den Römern erbaut worden. Es handelt sich um postvulkanische Thermalquellen, welche hauptsächlich aus Travertin bestehen. Solche heißen Quellen entstehen im Zusammenhang mit vulkanischen Regionen und scheiden an der Oberfläche "Sinterkalk" als Travertin ab.


 
Römische Bäder in Calan
Abb.14  Sinterkalkbänke in Calan
(C) Rosemarie Stiefel 2002

 
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