Ruschita liegt im NW der Provinz Banat im "Muntii Poiana Rusca"
Gebirge. Der Marmor, dessen Abbau in diesem Steinbruch erfolgt,
tritt als weißer oder grauer gebänderter reiner Calcitmarmor,
als auch als Dolomitmarmor in rosa bis orange Farbtönen auf.
Diese Farbvariationen werden durch feine Verunreinigungen hervorgerufen.
So entsteht zum Beipsiel die rosa Färbung durch fein verteilten
Hämatit. Diese Lokalität ist hauptsächlich bekannt für diese
Varietät des Marmors.
Der Marmor von Ruschita wurde bereits zu Zeiten der Römer in der
Kunst und im Bauwesen verwendet. Bis in die 50er Jahre des letzten
Jahrhunderts erfolgte der Abbau durch Bohrungen und Spalten.
Diese alte Abbautechnik wurde in der Folgezeit durch eine neue
Methode abgelöst: Ein Kabel wird in die zuvor angesetzten
Bohrungen abgelassen. Dieses besteht aus "artificial diamonds"
oder "videa"- einem besonderen Stahl. Das Kabel schneidet bis
5m3 große Blöcke aus dem Gesteinsverband, wobei Wasser
zur Kühlung verwendet wird.
Diese Abbaustätte gehört zu den größten in Europa. Der Abbaubetrieb
erfolgt heute durch das TITAN MAR-MARMOSIM mit Sitz in Bukarest.
Monatlich werden circa 2.500m3 Blöcke, 2.600m3 Tafeln,
36.000m2 Platten und untergeordnet auch ein kleinerer
Teil für künstlerische Arbeiten abgebaut. Die lokale Verarbeitung
des Marmors findet hauptsächlich in Simeria statt.
Im Anschluß an den Besuch dieses Marmorsteinbruchs fand ein Wettbewerb
statt. Das Ziel dieses Wettbewerbs war das Abschlagen des "vollkommenen"
Handstückes - als Preis winkte, wie sollte es anders sein, Alkohol...
Siegerin dieses Wettbewerbs wurde Nicole Winkler.
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Abb.6 Marmorbruch in Ruscita, Herausschneiden der Blöcke |
Abb.7 Blick in den Abbau |
Das Museum von Sarmizegetusa beherbergt Zeugen der römischen
Geschichte dieser Gegend unterschiedlichster Art. Zu den
archäologischen Fundstücken, die in diesem Museum ausgestellt
werden zählen Statuen, Säulen, Altare, Statuen von Grabstätten
(sogen. funeral lions - siehe Densus). Im Anschluß an den Besuch
dieser interessanten Ausstellung, welche Aufschluß über die
Lebensweise der Menschen dieser Gegend zu römischer Zeit gab,
wurde das freigelegte Gelände der ehemaligen dakischen Hauptstadt
besichtigt.
Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa - so lautet
der vollständige Name der römisch-dakischen Hauptstadt am Fuße
des Retezat Gebirges im südwestlichen Abschnitt des heutigen
Hateg Bezirks. Ihr Gründungszeitpunkt ist nicht genau bekannt,
wird jedoch auf den Zeitraum zwischen 106-110 vor Christus
geschätzt. In jener Zeit siegten die Römer gegen die Traker in
den sogenannten "Drakerkriegen" und ernannten Dakien zur
römischen Provinz "Ulpia Traiana". Die Stadt erhielt ihren Namen
von ihrem Gründer- dem Emperor Cäsar Nerva Traianus Augustus,
welcher die Stadt unweit der alten dakischen Hauptstadt gründete. Das von den Stadtmauern umzogene Stadtgebiet nahm eine Fläche von ca. 32ha ein. Die Basiliken repräsentierten die größten Gebäude in der Stadt, welche ehemals 30.000 Einwohner zählte. Verschiedene antike römische Gebäude wurden im Zuge der archäologischen Ausgrabungen freigelegt.
Der Nordwall der Stadt ist bis 6m hoch. Die römischen Straßen
blieben bis in die heutige Zeit erhalten und werden noch heute
genutzt. Die Stadt wurde von zwei NS und EW verlaufenden Straßen
durchzogen, an deren Kreuzungspunkt das Zentrum des politischen
und gesellschaftlichen Lebens stand- das Forum.
Das größte Bauwerk der Stadt war das Amphitheater, welches sich
100m von der nördlichen Stadtmauer befindet. Mit einer Breite
von 69m und einer Länge von 88m bot es bis zu 5.000 Menschen
Platz. Die untersten Reihen waren den wichtigsten Personen der
Stadt vorbehalten.
Viele Steine wurden beim Bau der Kirche zu Densus (siehe
nächster Exkusrionspunkt) wiederverwendet bzw. eingebaut. So
kann man zum Beispiel sogenannte "funeral lion statues" in der
Kirche entdecken, deren Herkunft aller Wahrscheinlichkei nach
Sarmizegetusa ist.
In Sarmizetusa wurden die verschiedensten Gesteine verarbeitet-
Metamorphite, Marmor aus Bukova, weiße und grüne Sandsteine mit
Pflanzenresten, Travertin und oolithische Kalksandsteine.
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Abb.8 Sphinx aus dem Museum in Sarmizegetusa |
Abb.9 Amphitheater, |
Zum Baujahr dieser Steinkirche zu Densus, welche dem St. Nikolaus geweiht ist, existieren mehrere Daten, welche vom 13. bis zum 16. Jahrhundert reichen. Die ersten schriftlichen Dokumente stammen allerdings aus dem 13.Jahrhundert. Die Kirche befindet sich in der Nähe der ehemaligen romanisch-dakischen Hauptstadt Colonia Ulpia Traiana Augusta Sarmizegetuza. Sie repräsentiert die einzige rumänische Kirche im sanktinischen Stil und soll als älteste erhaltene Kirche im südöstlichen Donauraum unter den Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe genommen werden. Ihre einzigartige Architektur stellt eine eindeutige Vermischung und ein Nebeneinander verschiedenster kultureller Einflüsse in Rumänien dar. Zur Entstehung der Kirche zu Densus existieren mehrere Theorien: Laut einiger Wissenschaftler soll dieser Platz ehemals als ein Mausoleum für den römischen General Longinus Maximus, welcher von den Dakern ermordet wurde, gedient haben. Andere vertreten die Theorie, daß dieses Bauwerk als Tempel zu Ehren des Gottes Mars errichtet wurde. Andere wiederum sind der Ansicht, daß die Gesteine, die hier als Baumaterial verwendet wurden aus Sarmizegetusa stammen. In der Kirche findet man neben römisch-katholischer und orthodoxer Symbolik sogar auch solche jüdischer Herkunft. Obwohl in der Vergangenheit viele Untersuchungen stattfanden, hält die Kirche noch viele Geheimnisse bereit. Das Baumaterial umfaßt sowohl Gesteine, welche vom Fluß zusammengetragen wurden, als auch Grabsteine, Ziegel mit römischen Inschriften und sogen. "funeral lions", welche alle von der benachbarten Stadt Ulpia Traiana (heute: Sarmizegetusa) entnommen wurden. Im Innern der Kirche (Abb.4) tragen vier Gesteinsblöcke römischen Ursprungs jeweils eine Säule. Sie dienen wahrscheinlich der Stabilisierung des Innenraums. Das Kreuz stammt aus keltischer Zeit. Die Malereien des oberen Naos und des Altars wurden vom Künstler Stefan, dessen Initialen noch heute sichtbar sind, gezeichnet. Sie gleichen denjenigen in der St. Nicolae Kirche in Curtea de Arges. Annahmen zufolge weilte der Künstler aus Valachia zu jener Zeit in Transylvanien. Es lassen sich äußerlich zwei Bauphasen unterscheiden. Die erste umfaßt die Errichtung der Kirche. Die zweite stellt eine Erweiterung dar, die heute in Form einer Mauer zu sehen ist. Im 14. und 15. Jahrhundert erfolgte der Anbau weiterer Gebäudeabschnitte. Die Kirche ist schon seit einigen Jahren mit einem selbsttragenden, begehbaren Holzgerüst versehen.